Biography

K R O K U S  IS:

MARC STORACE

Lead Vocals

Marc Storace

CHRIS VON ROHR

Bass, Vocals

Chris Von Rohr

FERNANDO VON ARB

Guitar, Vocals

Fernando Von Arb

MARK KOHLER

Guitar

Mark Kohler

MANDY MEYER

Guitar

Mandy Meyer

FLAVIO MEZZODI

Drums

Flavio Mezzodi

DEUTSCH / GERMAN

WWW.MEDAZZAROCK.CH - 30 September 2006

"...manchmal spielen wir irgend einen Song nur aus Spass doppelt so schnell!"

(Interview mit Marc Storace)

Krokus HELLRAISER 2006

Hallo Marc,
ROCK THE BLOCK war bereits nach einer Woche auf Platz 1 in den Schweizer Charts. Seid Ihr da bezueglich HELLRAISER einem gewissen Druck ausgesetzt?

Ueberhaupt nicht. HELLRAISER ist viel staerker und wird uns sowieso viel weiter bringen !

Auch wenn der Vorgaenger (also ROCK THE BLOCK) schon eine tolle Scheibe war, so konnte mich HELLRAISER sogar noch eine Spur staerker begeistern. Die Gruende hierfuer kann ich Dir nicht mal genau nennen, doch hat HELLRAISER eine Art „altes Flair" (ohne altbacken zu wirken), welches viele Cd’s heutzutage nicht mehr haben. Stimmst Du mir hier zu?

HELLRAISER war natuerlicher aufgenommen und mit weniger Hall oder anderen Effects gemischt. Wir sind dem originalen Krokus-Sound sehr treu geblieben, weil unsere Kreativitaet von tief innen kommt. Aber wir sind auch nur Menschen und unsere Umwelt faerbt auf uns ein bisschen ab. Deswegen klingt die neue CD sehr innovativ ! Die neuen Songs sind melodienreich und decken ein extrem breites Spektrum von bluesigen Balladen wie „So Long“ bis zum doppel-paukigen Speed-Metal Hammer „Spirit Of The Night“ ab, welcher sogar den Titelsong „Headhunter“ in unserem LIVE-Programm muehelos ersetzen kann.

Die erste Auskoppelung fuer die Radiosender, „Angel of my Dreams“, hat eine Gitarrenmelodie mit leicht keltischem Touch und der andere Radiorenner „Midnite Fantasy“ lehnt ein bisschen in Richtung Bob Seger (von Metallica ge-covert), Free oder auch Foreigner. Unsere innovativeren Songs sind mit einer gesunden Extra-Portion Spielfreude und einer bewussten Befreiung von den alt-eingesessenen Krokus-Pfaden geschrieben geworden. Man hoert es im monumentalen „Take my Love“ oder dem rock-funky und lustigen „Luv will Survive“. Das melanchonische Liebeslied “Hangman“ oder der schwer-downtuned Epos „Fight On“, entsprechen einer neuen modernen Art von massiven Krokus-Songs. Mit „Rocks Off“ haben wir den idealen Encore geschrieben. Hier geht`s los in fast derselben Stilrichtung vom Titelsong „Rock the Block“, mit einem punkigen Drive und einem humorvollen und doppelsinnigen Text. Die Songs „No risk no Gain“ „Turnin`inside Out“ „Hellraiser“, „Too wired to Sleep“ und „Justice“ erinnern wieder an die glorreichen `80er, als diese Band auf Platz 24 der USA Billboard Charts mit dem Hammer Album „Headhunter“ war.
Marc & Mandy

Wo sind fuer Dich die Unterschiede zwischen ROCK THE BLOCK und HELLRAISER? Sowohl beim Material wie auch beim Aufnahmeprozess?

"Rock the Block" ist voll Boogie-Rock und wir wollten es auch so haben. Hellraiser hat mehr Drive und die meisten neuen Songs sind befreit von der Boogie-Zwangsjacke - sozusagen!

"Rock the Block" war von A bis Z von uns selber produziert, fuer Hellraiser haben wir uns entschieden, einen Produzenten an Bord zu holen. Dank Dennis Ward waren wir lockerer und alles ist objektiver geworden.

Er (Dennis Ward) hat in meinen Augen einen hervorragenden Job gemacht als „Knoepfchendreher". Wie seid Ihr auf ihn gekommen?

Wir haben ihn kennen gelernt, als wir in Deutschland seine Band Pink Cream 69 als Opening–Act hatten. Er weiss wirklich, welche Knoepfe zu drehen sind und hat aufgepasst, unseren Sound so zu lassen wie er wirklich ist ! Es gibt manchmal Produzenten, die ihren eigenen Sound auf jeder Produktion hinterlassen, anstatt den wahren Sound einer Band rauszuholen !!!

Der Titel HELLRAISER klingt nach einem Album „voll auf die zwoelf", doch den Vorschlaghammer packt Ihr eigentlich nur ab und zu mal aus auf dem Album. Keine Angst, das die Kaeufer beim Titel des Albums was anderes erwarten?

Wir haben hier 14 gute Rock Songs geliefert mit viel Dynamik!! Man hoert eine Halb-Ballade („Angel of my Dreams“) und die Ballade „ So Long“. Man hoert auch die gigantischen „Hangman“ und „Fight On“. Anderseits, „Take my Love“ erreicht ein Hoehepunkt an melodischer Ekstase, waehrend „Spirit of the Night“ alles Blitz-schnell gegen die Wand haemmert !!! „Midnite Fantasy“ wirkt wieder melancholisch und „Rocks Off“ dampft punkig ab mit einem sehr humorvollen, doppelsinnigen Text !!! Es ist wirklich eine musikalische Achterbahn, die wir hier zu bieten haben. Mann spuert den Schlaghammer viel staerker nach einem ruhigen Moment ... darum muss man sich einfach enschnallen und los geht`s !!!!!!! Die typischen Krokus Party Songs sind „Too wired to Sleep“, “No risk no Gain“, “Turnin`inside Out”, “Justice” und das innovative Funk-Rock Stueck “Luv will Survive”. Dieses neue Krokus-Album HELLRAISER ist in der Schweiz schon GOLD geworden nur ein Tag nach der Veroffentlichung. Es waren unseren Hardcore-Fans, welche die neue CD zuerst gekauft haben und die sind total zufrieden !

Im Film HANDYMAN habt sowohl Ihr (KROKUS) wie auch Ex-KROKUS-Mitglied Chris von Rohr einen Auftritt. Zwischen Euch herrschte ja viele Jahre lang nicht gerade die beste Stimmung zwischen Euch. Wie siehts heute aus?

Krokus wurde damals von Thomas Kiefer gegruendet. Chris ist offiziell bei Krokus seit 1988 kein Thema mehr ! Er ist heute in Richtung „Schweiz sucht den Musikstar“ abgedriftet und nutzt seine Medien-Praesenz, um ex-Musiker/Kameraden runter zu machen. Er kann seit langem keinen guten Song mehr schreiben und er goennt Krokus keinen Erfolg !
Krokus, Marco Rima & Regula Grauwiller HANDYMAN
(Krokus mit Marco Rima und Regula Grauwiller am Set von HANDYMAN)

In besagtem Film geht es um ein KROKUS-Konzert im Hallenstadion in Zuerich – eine Location, die Ihr frueher locker gefuellt haettet. Heute sieht die Sache etwas anders aus. Waehrend z.B. GOTTHARD letzthin eine ausgebuchte Show im Hallenstadion spielten, muesst Ihr Euch mit kleineren Locations begnuegen, auch wenn Ihr aus musikalischer Sicht sicherlich aehnlich grosse Venues verdient haettet. Traegt man da nicht vielleicht eine Spur Wehmut oder vielleicht sogar Neid im Herzen?

Wieso soll ich neidisch sein, wenn eine Rockband etwas gut verdient. Gotthard spielen keinen wilden Hard Rock wie Krokus, aber es ist trotzdem eine Schweizer Rockband und alle Rockbands sollen zusammenhalten, oder sind wir etwa nicht faehig in dieser Welt voller Kummer eine positiven Botschaft von Bruderschaft an unsere Fans zu verbreiten?! Im Vergleich zu Gotthard und als einzige Schweizer Band ueberhaupt, ist Krokus eine International populaere Rock Band und wir sind momentan schwer beschaeftigt mit einer CD-Veroffentlichung in circa 30 Laendern. www.krokusonline.com. Wir koennten auch bald wieder ein Hallenstadion fuellen, wenn es weiter so gut lauft, aber es ist nicht gesagt, das wir unbedingt diesen Weg wieder gehen wollen. Wir werden vielleicht unsere Fans weiter in ihren eigenen Kantonen besuchen. um alles fuer sie etwas einfacher zu machen. Nicht jeder Krokus-Fan ist in der Lage nach Zuerich zu reisen! Mann kann auch ein Rock`n`Roll Konzert mit uns besser geniessen, wenn man im Voraus weiss, das sie/ er nach dem Konzert nicht weit zurueck nach Hause reisen muss!!! Uns persoenlich geht es naemlich auch so !!

War Dein Auftritt in HANDYMAN eigentlich Dein erster Versuch in der Schauspielerei? Und koennte man Dich evtl. irgendwann wieder einmal in einem Film bewundern?

Ich habe in meiner Kindheit einmal einen kleinen Part als Schauspieler in einem Amateur-Film fuer ein Film-Festival in Malta bekommen. Spaeter hatte ich als Saenger und Frontman mehr Erfahrung bei den Dreh’s von ein etlichen Krokus-Videos gesammelt. Wir haben damals fuer den frischgeborenen „MTV Music-Television“: Heatsrokes; Eat The Rich; Screaming in the Night; Ballroom Blitz; Midnite Maniac; Our Love; School`s Out - und natuerlich auch die „Video Blitz“ von den 80-ern gefilmt. „HANDYMAN“ war mein erster Versuch in einem professionellen Film. Mein zweiter Versuch erscheint in dem neuen Film von Luke Gasser, namens „ANUK“ - Der Pfad Der Krieger . Schweizer Kino-Start ist am 16 November. Unter anderem ist auch die sympathische Rock-Saengerin und Metal-Queen, Doro Pesch als Gast dabei. Es ist eine „Survival-Story“ von einem primitiven Steinzeit Krieger in einer urchigen Schweizer Berglandschaft.

Ein Thema ist sicherlich der staendige Vergleich zwischen KROKUS und AC/DC, obwohl Ihr durchaus variabler zu Werke geht wie die Herren aus Australien. Auch deine Stimme klingt fuer mich abwechslungsreicher (ohne natuerlich sagen zu wollen, das Jon oder Brian schlechte Saenger waeren, was Blasphemie gleichkommen wuerde). Haben Dich diese Vergleiche mit AC/DC jemals genervt?

Nur ganz am Anfang hatte mich dieser Vergleich etwas genervt. Natuerlich liebe ich diese grosse Band und ihre Mitglieder. Bon und Brian stellten eine Hochleistung in Gesangstechnique und koerperliche Leistung dar. Trotzdem hab ich, dank der Musik von meinen beiden Bands, seit Anfang an mehr musikalische Freiheit als Saenger genossen und schon in den 70`ern als Saenger von TEA meine persoenlichen „Stempel“ entwickelt !! Mann muss nur genauer auf die Musikstrukturen und Gesangsboegen in unseren Songs wie "Come On"; "Fire"; "Tokyo Nights"; "Easy Rocker"; "Winning Man"; "To the Top"; "Headhunter"; "Screaming in the Night"; "Russian Winter"; "Midnite Maniac"; "Hot Stuff"; "Now"; "Say Goodbye"; "Let it Go"; "Flying Through the Night"; "I want it All" und viele anderen achten – ganz unter dem Motto: „Let the music do the talking“ !!!
Hellraiser Photo Session 2006

Mandy Meyer schien bei GOTTHARD nicht wirklich gluecklich und ist nun zu KROKUS zurueckgekehrt, wo er sich auch bereits auf HELLRAISER beim Songwriting einbringen konnte. War es ein seltsames Gefuehl, wieder mit Mandy zusammen zu arbeiten?

Ja, das war wunderbar. Damals war es fuer mich ein riesiger Verlust, ihn gehen zu sehen, genau so wie mit Freddie Steady ! Als Mandy zu Krokus zurueck kehrte, habe ich eine riesige Freude gespuert und bin fuer ein paar Tage zu ihm gegangen, um feiern und auch rauszufinden, was fuer neue Song-Ideen in ihm versteckt waren. Kurz darauf besuchten wir seinen Proberaum und aus lauter Not sass ich hinter dem Schlagzeug, waehrend er ein wunderschoenes Riff nach dem anderen spielte. Ich haemmerte mit den Stoecken und sang dazu ganz spontan. Ich hatte meinen kleinen Walkman dabei und konnte ganz spontan unsere Arrangements aufnehmen. Nach unserem zweiten „Jam-Tag“ bin ich mit einem sehr guten Gefuehl im Bauch und sechs neuen Song-Ideen zurueck gefahren! Was fuer ein Fortschritt ... Diese habe ich weiter bearbeitet und dann bin ich nochmal zu ihm gefahren, um meine fertigen Texte und Gesangsmelodien auf Mandy`s selbstgebastelten Demos runter zu singen. Es war alles fast perfekt und reibungslos gelaufen und wir haben inzwischen unsere erfolgreiche Reunion in einem gewissen Pub auch mit Natur-Fluessigkeiten begossen.....he,he, that`s rock`n`roll !!!

Fanden eigentlich alles nur neue Tracks ihren Weg auf’s Album oder hattet Ihr noch was in der Schublade?

Wir haben ein paar Songs auf Lager gehabt. Zum Beispiel ,„Midnite Fantasy “und „Justice“ habe ich fuer mein zweites Solo-Album geschrieben. Ich bin dann zu Krokus zuruckgekehrt und diese Songs blieben fuer eine Weile in meiner Schublade!

SPIRIT OF THE NIGHT ist sicherlich etwas vom haertesten, was KROKUS jemals auf Scheibe gebrannt haben. Ihr seid ja nun doch auch nicht mehr die juengsten... Fuehlt Ihr Euch nun eher bei den schnellen, harten Tracks wohl oder eher bei den Songs im Midtempo-Bereich? Gibt es diesbezueglich unterschiedliche Geschmaecker in der Band?

Die Krokus von heute haben ein sehr hohes musikalisches Niveau. Wir koennten fast alles spielen und manchmal spielen wir irgend einen Song nur aus Spass doppelt so schnell... aber nur im unserem Uebungsraum natuerlich ha,ha !!! Wir haben es immer geliebt, durch den Titel-Song „Headhunter“ los zu donnern oder den anderen Title- Song „Rock the Block“. „Spirit Of The Night“ ist ein logischer Nachfolger zu “Headhunter“ und ist sogar schneller und braucht mehr Konzentration.... wir lieben es, hart und schnell zu spielen !! Unsere Musik-Geschmaecker sind heute fast gleich.

Wenn wir schon beim Thema Alter sind. Fuer mich klingen KROKUS im Jahre 2006 absolut fantastisch... trotzdem stellt sich die Frage: Wie lange wollt ihr mit KROKUS noch weitermachen?

So lange es Spass macht.

KROKUS haben im Laufe Ihrer Karriere viele CD’s veroeffentlicht. Versuche doch bitte nachfolgend jede aufgefuehrte Veroeffentlichung nur kurz zu umschreiben resp. was faellt dir spontan dazu ein? (Wir haben absichtlich alle Releases genommen, egal wer zu dem Zeitpunkt in der Band war).

KROKUS FIRST 1976
KROKUS FIRST (1976)
TO YOU ALL 1977
TO YOU ALL (1977)
PAINKILLER 1978
PAINKILLER (1978)
In London 1979 haben mir die Jungs von Solothurn ein Package mit ihren drei ersten Vinyl-Platten zugeschickt. Ich dachte, dies waere eine Band mit musikalischem Potential und sie haben einen sehr guten Gitarristen. Ich habe auch sofort verstanden, wieso sie einen neuen Saenger suchten .. he,he !!!
METAL RENDEZ-VOUS 1980
METAL RENDEZ-VOUS (1980)
Mein DEBUT-Album mit Krokus. War toll mit Martin Pearson aufzunehmen. Nach dem Release dieser Scheibe war die Band ploetzlich in aller Munde auf Internationaler Ebene.
HARDWARE 1981
HARDWARE (1981)
Die Songwriting-Phase in Solothurn. Die Aufnahmen mit Mark Dearnley im alten Roundhouse Studio, London. Unser riesiger Erfolg am Reading Festival ! Tommy`s gravierende Drogenrobleme! Mandy steigt ein. Unser erstes Konzert in England`s Rock Temple, des Hammersmith Odeon !
ONE VICE AT A TIME 1982
ONE VICE AT A TIME (1982)
Songwriting in Solothurn und Songs nochmals in London aufgenommen. Matt Lang hatte im gleichen Studio zur selben Zeit „For those about to rock“ fuer AC/DC gemischt! Unser Produzent, Tony Platt war frueher Matt`s Engineer. Bruce Dickinson von Iron Maiden, sang Backing-vocals mit mir! Wir nahmen unser erstes Cover „American Woman“ auf !
HEADHUNTER (1983)
HEADHUNTER (1983)
Diesmal haben wir in den Bee Jay Recording Studios in Orlando Florida mit dem Producer von Judas Priest aufgenommen. Rob Halford und Jimmie Jamieson von Cobra / Survivor kamen auch und sangen ein paar Songs mit. „Screaming in the night“ ist damals zu einer von den meist gespielten Rock Balladen in den amerikanischen Radios geworden. Headhunter erreicht Platz 24 in den USA Nationalen Billboard Charts.
THE BLITZ 1984
THE BLITZ (1984)
Fuer diese Aufnahmen sind wir extra nach Vancouver, Canada gereist um mit Bruce Fairbairn (AC/DC, Brian Adams, Cheap Trick, Aerosmith) und Bob Rock (Metallica) im Little Mountain Sound Studio aufzunehmen. Krokus gingen auf ihre groesste Headliner-Tour mit voller Production ! Ein gigantischen Festival (60,000 Nasen) in Chile !
CHANGE OF ADDRESS 1986
CHANGE OF ADDRESS (1986)
Die Plattenfirma setzte die Band unter enormen Druck, um mit einem gewissen Produzenten zu arbeiten, der uns einen geschliffenen Sound geben sollte. Sie wollten uns auf dem Mainstream Markt verkaufen. Unser Alice Cooper-Cover „School`s Out“ ging in den US Top 40.
ALIVE & SCREAMING - LIVE 1986
ALIVE AND SCREAMING - LIVE (1986)
Die vorletzte Amerika- und Canada-Tour, auf welcher wir auch vor dem groessten Publikum gespielt haben (Texas Jam in Dallas, 80,000 schreiende Fans !!!)
HEART ATTACK 1988
HEART ATTACK (1988)
Wir spuerten schon die Grunge Welle ! Dies war ein Versuch, unsere Fans zurueck zu gewinnen, nach dem schlecht verkauften „Change of address“ . Der allerletzte Auftritt im gigantischen Dome von New Orleans mit Iron Maiden. Schlechte Stimmung und dauerhafte Intrigen in der Band fuehrten zu einem chaotischen „Burn Out“ von Krokus. Ich bin ausgestiegen.
STAMPEDE 1990
STAMPEDE (1990)
Fernando`s Versuch mit einer neuen Besetzung inklusive Tony Castell weiter zu kaempfen - ohne deutlichen Erfolg !
TO ROCK OR NOT TO BE 1995
TO ROCK OR NOT TO BE (1995)
Fernado`s traurige Krebs-Geschichte und unsere Versoehnung. Ein Krokus - Comeback mit fast der kompletten Original-Besetzung : Freddie, Mark, Fern und ich von 82 “One Vice At A Time”. Die Hallen waren wieder voll, die Scheibe ging GOLD in der Schweiz !
Round 13 - 1999
ROUND 13 (1999)
Mit einer neuen Besetzung versuchte es Fernando wieder, umsonst ! Der einst stolze Name dieser Schweizer Hard Rock Band war nie so tief gesunken.
Rock The Block 2003
ROCK THE BLOCK (2003)
Die Rettung! Ich rief Fernando an und sagte, das die Zeit da war fuer unsere Reunion - und tatsaechlich kam der grosse Erfolg mit dieser eigenen Produktion zurück: Direkt Null auf Eins in den Schweizer Charts !!! Krokus haben zum ersten Mal in ihrer Heimat dank der Loyalitaet der treuen Fans den ersten Platz gewonnen. Wir spielten zum aller ersten Mal in Schweden vor 35,000 schreienden Fans auf dem fantastischen Swedenrock Festival, wir waren zum ersten Mal ehrenvoll zum Montreux Festival von Claude Nobs eingeladen worden usw. Der Anfang von einer „Krokus-Renaissance“ war da.
Fire + Gasoline 2005
FIRE & GASOLINE (2005)
Wir nahmen etliche Konzerte auf der `03 Europa-Tour auf und aus diesen entstand eine wunderschoene und selbst-produzierte Doppel CD-Packung inklusiv einer DVD von unserer stolzen Montreux Show ! Diese Doppel-Live-CD erreichte den 6ten Platz in den CH-Album Charts !
Hellraiser 2006

HELLRAISER (2006)

Mandy Meyer kommt zurueck nach Hause und ersetzt Fernando, der schon zwei US Tourneen absagte und nachher zugegeben hatte, das er keinen Bock mehr hatte, mit uns zu rocken!!! Endlich war unser Weg frei, um wieder eine kleine Tour in Amerika zu wagen. Mandy gab wieder Vollgas und wir rasten durch 22 Ost-Kueste-Staedte in nur 31 Tagen !!! Zurueck in der Schweiz gingen wir in die Vor-Produktion fuer unser 15. Album mit Stefan Schwarzmann am Schlagzeug. Ein genialer und feinfuehliger Dennis Ward steigt ein als Produzent. Die Songs von Tony, Dominique , Mandy und mir bekommen einen letzten Schliff.....alles wird in Deutschland und Basel in Blitz-Tempo, aber liebevoll und leidenschaftlich aufgenommen !
Vor ein paar Tagen ging unsere nagelneues *Hellraiser* - Album direkt von 0 auf Platz 2 in den Swiss Album Charts !!! Bis Ende Oktober wird *Hellraiser* in mehr als 30 Laendern um den Globus erscheinen. Europa, Nord und Sued Amerika, Canada, Australien, Neu Zeeland, Japan, China, Sued Korea, Israel, Griechenland, und sogar in Malta. Ob dies eine „Renaissance“ des inzwischen 30 Jahre alt gewordenen internationalen Schweizer Bestsellers ist?

Auf Eurer Homepage gibt es eine Abstimmung, auf welcher die Besucher Eurer Seite fuer Ihr Lieblings-Album abstimmen koennen. HEADHUNTER fuehrt das Ranking mit Abstand an. Wie sieht es eigentlich bei Dir persoenlich aus? (HELLRAISER darfst Du jedoch nicht nennen, da das neuste Werk bekanntlich ja eh immer das beste ist)

Fuer mich gibt es natuerlich nicht nur ein „favorite Album“, sondern eine Menge von favorite Songs. Die meisten Songs kommen haupsaechlich von folgenden Alben: Metal Rendezvous; One Vice At A Time; Headhunter und Rock The Block.

Wie sieht’s eigentlich Tour-maessig aus? Ist fuer HELLRAISER Tour-maessig was geplant?

Alles steht auf unseren Homepage : www.krokusonline.com Wir werden zuerst in Scandinavien anfangen und durch Deutschland zurueck in der Schweiz touren. In der Zwischenzeit wird unsere Welt-Tour weiter gebucht.
Tony Dom Mandy & Stefan 2006

Womit wir nun am Schluss dieses Interviews angelangt waeren. Sag unseren Lesern doch bitte als Abschlusswort, warum man sich HELLRAISER unbedingt zulegen sollte!

Hellraiser ist ein lebender Beweis für: „Wo ein Herz ist, findet man einen Weg“. Es enthaellt eine perfekt balancierte Mischung des klassischen alten Krokus-Stils mit einem frischen Guss neuer Ideen. Ein bisschen von dem Boogie-Schema distanziert und groovt zusammen mit tiefen Emotionen und geilen Riffs und Licks. Mann hoert auf der einen Seite den schnellsten Doppel-paukigen Hammer seit dem Titel-Song „Headhunter“ und die bluesigste und emotionellste Ballade seit „Screaming in the Night“ oder „Winning Man“. Ja, „Spirit of the night“ und „So Long“ sind zwei guten Beispiele. wieso dass Ihr *Hellraiser* kaufen solltet. Es gibt fast keine anderen Rock Bands, die heutzutage su etwas liefern koennen.....ehrlich !

Vielen Dank fuer das Interview und viel Erfolg mit Eurem tollen, neuen Silberling HELLRAISER und unseren Lesern sei gesagt: Zieht Euch unser HELLRAISER-Review rein!

Hey, danke Ralph ... und auch einen grossen Dank an alle unseren loyalen Fans, die uns wieder in den Charts brachten !

Fans !!! Enjoy Hellraiser and see you soon at a Concert close to your home !!! Don`t forget to check www.krokusonline.com and join our *Globe Club* which we made especially for you !

Rock On
(Interview by Ralph)

WWW.METALFACTORY.CH - September 2006

HELLRAISER 2006 Release

By Rockslave

Sie gehörten in den 80ern zu meinen absoluten Faves und als Schweizer sowie wohnhaft im Kt. Solothurn, war ich natürlich doppelt stolz auf die wohl verstanden immer noch beste Schweizer Rockband aller Zeiten: Krokus! Dass ich Jahre später gar die Gelegenheit bekommen sollte, direkt mit ihnen in Kontakt treten zu können, erachte ich als klares Privileg und erfüllt mein Rockerherz mit grosser Freude. Mittlerweile sind es längst wieder drei Jahre her, seit ich das letzte, respektive erste Interview mit Marc Storace (v) und Tony Castell (b) geführt habe. In der Zwischenzeit ist einiges geschehen, vor allem was den Abgang von Fernando von Arb, dem letzten verbliebenen Gründungsmitglied, betrifft. Darüber wurde in der Öffentlichkeit viel geredet und geschrieben. Welche aktuelle Meinung Marc Storace dazu hat, ob Krokus das Hallenstadion nochmals ausverkaufen werden und was es generell mit "Hellraiser", dem neuen Album, auf sich hat, erfahrt Ihr unten stehend. Durch einen Verkehrs-Stau hatte sich der "Maltese Falcon" auf der Fahrt nach Hause etwas verspätet, was sich aber zum Glück nicht auf die zur Verfügung stehende Interview-Zeit ausgewirkt hatte. (MS = Marc Storace)

MF: Marc, am nächsten Freitag kommt das neue Krokus-Album in der Schweiz und Deutschland heraus, etwas später folgt der Rest von Europa. Was heisst das für euch? Business as usual oder verspürt die Band eine gewisse Anspannung?

MS: Also..., da besteht schon ein gewisses Excitement in einer positiven Art..., weil mit jeder neuen Platte..., das heisst mit "Rock The Block" haben wir in Europa bereits einen grossen Schritt getan, zum ersten Mal in der ganzen Karriere der Band in Schweden ("Sweden Rock" - MF) gespielt. Dann gingen wir in der Schweiz (auch zum ersten Mal!) von 0 auf 1 in den Charts und spielten in Montreux. Dieses Mal, wenn du auf der Homepage nachschauen gehst, sind es viel mehr Länder..., was jetzt nicht heisst, dass wir überall dort spielen werden. Es braucht eine gewisse Anzahl Verkäufe, um das zu ermöglichen und dass die Veranstalter aktiv werden, wenn sie sehen, dass genug Fans Interesse zeigen. So können Hallen ausverkauft werden, alle Spesen werden bezahlt..., damit die Band anreisen kann. Logisch ist da aber eine Spannung da..., auch musikalisch. Also in meinen Augen..., ich bin ja (jetzt - MF) am längsten mit dabei..., und total zufrieden. Wir haben ein Ziel erreicht, das Krokus schon lange nicht mehr hatten: Wir liefern jetzt nicht eine Kopie von uns selber ab, sind aber immer noch uns selber. Wir erlaubten uns Innovation und Kreativität, die wir so schon lange nicht mehr geliefert haben. Schon bei "Heart Attack" haben wir versucht, zurück zu den Wurzeln zu gehen..., das war 1988..., und da hatten alle gedacht, wenn wir uns so zu sagen kopieren, erreichen wir den Erfolg wieder. Das war sowieso eine falsche Philosophie gewesen, das Rad für Hardrock war überdreht in gewisser Weise und der Grunge im Aufwind. Das war der Niedergang des Hardrock's, der so in den Untergrund gedrängt wurde, aber nie verschwand. Nun dreht sich das Riesenrad abermals und mit ihm kommen auch wir wieder. Zusammen mit der ganzen Szene..., wir, also Krokus sind da nicht alleine. Bei "Rock The Block" haben wir das bemerkt und deshalb habe ich ein gutes Gefühl. Die Songs überzeugen , die Band tickt richtig und es besteht eine gute Kameradschaft. Jeder schaut auf den anderen..., es wird demokratisch abgestimmt. Das hat angefangen mit "Hellraiser" (zum CH-Film "Handyman" mit Marco Rima) , wo wir entscheiden mussten, welcher Song am besten dazu passt. Das war auch der Grund, warum wir das Album "Hellraiser" genannt haben.

MF: "Hellraiser" bedeutet in vielerlei Hinsicht einen Neuanfang, aber eins vorne weg: Die Scheibe ist besser geworden, als einige Kritiker wohl gedacht haben?!!

MS: Ja..., hey..., was kann ich sagen? Was willst du mehr! (lacht) - Also das ist sehr positiv..., es hat Material drauf, das "grauenhaft" (er meinte natürlich "saumässig" - MF) gut ist. Wenn ich ehrlich bin..., früher..., ich muss es zugeben, hatten wir Anleihen bei AC/DC. Das haben alle gesagt und es war immer so. Aber dieses Mal haben wir weniger Boogie und das Spektrum der musikalischen Ideen ist breiter. Für mich als Sänger ist das ("gopfer deggel" - Kraftausdruck auf Baselländer-Deutsch - MF) wie der Himmel auf Erden, weil ich jetzt "meine Beine ausstrecken kann" (lacht) - Bei den Melodien bin ich jetzt nicht beschränkt, ich verspürte so viel Freude..., der Tony (Castell, b - MF) und der Dominique (Favez, g - MF) haben so gute Music-Tracks abgeliefert, die ich dann mit in den Keller nahm und jeden einzeln einsang. Ich habe pro Woche aber nicht mehr als zwei oder drei Songs gemacht..., darüber geschlafen und mir intensiv Zeit dafür genommen, die ich auch hatte.

Darauf schilderte mir Marc ausführlich, wie die ersten Ideen mittels Jams in Zusammenarbeit mit Mandy Meyer (in seinem Übungskeller in Merlischachen bei Luzern) erarbeitet wurden, frühe Gesangsideen hinzu kamen und so die ersten sechs Songs das Licht der Welt erblickten. Mandy arrangierte das Material mit programmierten Drums, Bass, Rhythm-Guitar und den Leads, derweil Marc die restlichen Vocals, inklusive Backing Vocals einsang und so für die Band ein sauberes Demo gemacht werden konnte. Die restlichen Ideen der anderen, also Tony und Dominique, wurden ergänzt und dann folgte eine kleine Tour, die die Band nach ein paar US-Dates unter anderem auch nach Russland führte! Im Frühling 2006 stiess schliesslich Stefan Schwarzmann zur Band und musste die für ihn neuen Songs schnell lernen. Musiker und Producer Dennis Ward, der für Krokus wie ein sechster Musiker war, kümmerte sich um den Feinschliff von "Hellraiser". Das Meiste wurde dabei beibehalten und nur wenige Details nachbearbeitet. Dabei machte man sich für das Mischen und Mastering das Internet zu Nutze, wodurch mehrmonatige und sehr teure Studio-Aufenthalte (wie bei "Headhunter") ausblieben. Dann kam Dennis nach Grenchen, wo alles eingeübt wurde. Weiter ging es nach Winterbach (bei Stuttgart) ins Studio, wo in zwei Tagen pilotmässig sechszehn Songs aufgenommen wurden. Zuletzt kamen noch die letzten Vocal-Parts aus Basel (wie schon für "Rock The Block") hinzu und fertig war das Ding! Marc betonte dabei den reibungslosen Ablauf über alle Stationen hinweg und dass man sich halt die nötige Zeit dafür nehmen muss.

MF: Du hast jetzt bereits viel gesagt und so "fast die Hälfte" meiner Fragen zerzaust...

MS: ..ohhh, Entschuldigung!

MF: Resümierend kann man also sagen, dass "Hellraiser" erstmals ein richtiges Teamwork-Album geworden ist. Das gab es vorher (zu Zeiten der Long-Noses und auch später) so noch nie!

MS: Ja..., es ist schon wunderschön, wenn es so läuft! Diesmal ist es so gelaufen und ich hoffe, dass es ausgereift ist und passt. Keine Ego's und Alleingänge mehr..., und jetzt wartet aber viel Arbeit auf uns. Das Album kommt am Freitag heraus und die Promo läuft an. Deutschland ist dabei unglaublich..., da gibt es viele Radio-Stationen, die wieder Rock spielen, das ist unglaublich. Ich habe hier die Liste von AFM angeschaut und da staunt man! Da gibt es Sender, die sechs Millionen Zuhörer haben! Das ist die ganze Schweiz... ("gopfer delli" - Kraftausdruck auf Baselländer-Deutsch - MF) und der tiefste Wert liegt immer noch bei circa 150'000..., das ist die Hälfte von Malta! (lacht laut) - das ist unglaublich und Deutschland ist besser für das Touren geworden..., es hat mehr Clubs und Möglichkeiten. Sogar in Amerika, als wir dort getourt haben, kamen Musiker auf uns zu und sagten: "We wanna tour in Europe..., it's much better with Metal and Hardrock, you know - over here it sucks!¨ (lacht) - Wir waren allerdings an der Ostküste und da läuft es nicht so gut. An der Westküste, im Süden, Midwest und Südost (Florida), Nord- und Süd-Carolina, Atlanta..., bis auf Seattle und rein nach Vancouver (Canada), da sind wir stärker. Aber Ostküste..., in Richtung New York..., da ist es verdammt schwer. Aber wir haben dort neue Fans gewonnen und die Bandmembers, die zuvor noch nie in Amerika waren, erlebten ihre Feuertaufe. Das war dennoch gut und gleichzeitig wurde uns aber bewusst, dass wir einen anderen Schlagzeuger brauchten..., Patrick Aeby (d) sah das auch so...

MF: ...genau! Darüber sprechen wir jetzt: Stefan Schwarzmann! Ich habe euch am 31. März in Kloten im AlpenRock gesehen und war total baff über die Frische, die das neue Line-Up ausgestrahlt hat...

MS: ...danke schön! (Ich dachte, da kommt noch was zu Stefan... - MF)

MF: Nun..., war denn „Fern“ gegen Schluss eine Art Bremsklotz, dass ihr jetzt wieder so befreit aufspielt?

MS: Ja..., er wurde schon zu einer Handbremse. Er hat zwei US-Tourneen verweigert und vor der dritten ist er bereits ausgestiegen. Ich rief noch am gleichen Abend Mandy Meyer an..., er war nicht nur ein Ex-Krokus Member, der von den Long Noses (von Rohr/von Arb - MF) gekickt wurde, weil er jung, hübsch und talentiert war. Das war nicht erwünscht, da sie immer zuerst im Vordergrund stehen wollten..., immer..., und ja... (lacht auf den Stockzähnen), es ist halt so. Mandy war nach seinem Ausstieg bei Gotthard wieder frei und wir hatten immer noch ein gutes Verhältnis zueinander. Ich hatte ihn ab und zu getroffen..., wir haben zusammen grilliert, er hat meine Frau kennen gelernt und das alles schon Jahre her. Dann besuchte er uns an Konzerten, wie auf dem Hoch-Ybrig oder im ABCMixx in Luzern, wo wir zusammen was getrunken haben, wie gute Kollegen eben. Dann sagte er, dass er es probieren, alles geben wolle und dass es hoffentlich klappe. So wie es scheint, klappt es nicht nur, sondern, wie du gesagt hast..., wir sind selber irgendwie..., ich glaube, in ein paar Jahren, wenn wir zurück blicken und dann denken: "Gopfer deggel nomol" - Kraftausdruck auf Baselländer-Deutsch - MF), trotz allen negativen Dingen um unsere Ohren herum, haben wir das mit starkem Willen und Geist geschafft. Das macht schon stolz... (lacht)

MF: Trotzdem..., noch ein letztes Wort zu Fernando..., er hat von sich gegeben, dass ihm der Ausstieg nicht leicht gefallen sei, was man ja sicher nachvollziehen kann. Gründe dafür sieht er unter anderem bei dir und gewissen Leuten im Umfeld von Krokus. Was kannst du (kurz) dazu sagen?

MS: Das wechselt jede Woche..., kurz nach seinem Ausstieg sagte er dem BLICK (Schweizer Boulevard-Zeitung - MF), in der Band herrsche kein Geist..., sie (die Musiker - MF) seien irgendwie so..., ja..., mit anderen Worten ausgedrückt Schlappschwänze und nur er ziehe den Karren, weisst du! Also..., gimme me a break! Fernando wurde zum Bremsklotz..., er wollte nicht gehen und jedes Detail diktieren, wie wenn er derjenige ist, der weiss, wie's geht. Eigentlich tut er das gar nicht..., er merkte nicht, was er anfing zu zerstören. Wenn du in einer Organisation den Leader spielen willst, musst du auch psychologisch mit den Leuten umgehen zu wissen. Wenn du aber zum Bremsklotz wirst und den Rest der Band frustrierst, weil du Chancen an dir vorbei ziehen siehst, nur weil du mit irgend etwas Organisatorischem nicht zufrieden bist, dann kannst du nicht warten, bis alles um dich herum perfekt ist. Wenn eine Auseinandersetzung ansteht, dann muss man zur rechten Zeit kämpfen und nicht warten, bis der Karren vorbei gefahren ist.

Weiter führte Marc (das von wegen kurz war mal abgehakt - MF) zusammengefasst aus, was den frühen Erfolg von Krokus ausgemacht hatte. Er erwähnte dabei auch die Zeit um 1994/1995 herum, wo man zur falschen Zeit ein Top-Album heraus gebracht hatte, das zwar in der Schweiz erfolgreich war, aber eine aus Kostengründen ausgebliebene Tour (u.a. in Deutschland) dann das vorläufige Schicksal besiegelte. Er sprach dabei auch an, dass Freddy Steady (d), Mark Kohler (g) und er damals schon Kinder hatten und dass der kinderlose Fernando ja nicht wisse, was das heisst. Heute betrachte er (Marc) die Band als sein Baby, das er aber mit den anderen teilen möchte und gerne Verantwortlichenkeiten abgibt, respektive teilt. Also Mandy die Demos macht, Stefan sich mehr um die Website kümmert und Dominique gewandt in Studio-Angelegenheiten ist. Er wolle, jetzt wo es heavy zu und her geht, nicht die ganze Last auf seinen Schultern verteilen.

MS: Gottseidank ist es positiv..., ich meine, es wäre schlimm, wenn niemand interessiert wäre und wir in der falschen Ecke nach Gold suchen... (lacht)

MF: Wie siehst du die Stellung von "Hellraiser" zum Karriere-Höhepunkt mit "Headhunter", kann man diese beiden Alben überhaupt miteinander vergleichen?

MS: Ja..., also ich finde, "Hellraiser" ist eine Mischung aus "Metal Rendez-Vous" und "Headhunter". Es hat viele Melodien, wie "Metal Rendez-Vous", hat aber auch Metal drin. Wir haben ja jetzt den Mandy, der wieder Slide-Guitar spielt..., wie Tommy Kiefer (R.I.P.) damals auf "Metal Rendez-Vous". Es wurde immer mehr eher "AC/DC-haft" und bei "Headhunter" hatten wir Tom Allom als Produzenten (Judas Priest) und diesen Einfluss bemerkt man schon etwas. Jetzt hat es auch ein wenig Judas Priest, "Headhunter", "Metal Rendez-Vous"..., Led Zeppelin, Deep Purple..., es hat von allem ein wenig drin. Free und so..., ich müsste jetzt durch das ganze Album hindurch gehen..., erklären, wie ich das sehe..., gewisse Musikteile, aber es hat auch ein paar Sachen, die total Krokus sind..., es ist alles Krokus..., was extra Krokus ist, weisst du. Es ist noch mehr und etwas, das, glaube ich, noch wachsen wird.

MF: Warum habt ihr ("Heart Attack" jetzt mal ausgeklammert) das altbekannte Bandlogo verändert und wessen Idee war das?

MS: Das Bandlogo haben wir in dem Sinne als Symbol verändert, dass das eigentlich ein neuer Laden ist. Er stellt eine Modernisierung dar..., ich meine, der heutige Jaguar sieht wie der alte aus, ist aber neu und das merkt man. Es ist ein neuer Geist drin..., wie im Motor..., läuft anders und ist umweltfreundlicher... (lacht)
Malta Concert Poster
MF: Am 25. November spielt ihr ein Konzert in deinem Heimatland Malta...

MS: ...jaaa, endlich! Zum ersten Mal!

MF: Das erste Mal?!! Wow! Jetzt wollte ich gerade fragen, was das für dich bedeutet und ob es dort überhaupt Krokus Fans gibt?!!

MS: Ja..., da hat es ganz viele..., und die haben schon lange darauf gewartet! Damals mit dem amerikanischen Management konnte man nicht viel in Europa spielen und das begann erst wieder mit "Rock The Block"..., erstmals in Schweden und wir waren Ende 2005 auch in Russland. Es sind jetzt auch andere Länder wie Griechenland dran und die Malteser wollten Krokus schon lange. Es war ja nicht die erste Schweizer Band dort, denn ich spielte in den frühen 70ern fünf grosse Konzerte mit Tea. Das war ein Erlebnis, wurde von ihnen nicht vergessen. Es werden viele alte Tea Fans kommen, die meine Karriere verfolgt haben und stolz sind, dass sie einen Malteser haben, der eigentlich..., ich bin es zwar nicht mehr so wie früher. Wenn dort hingehe, ist es mir auch wenig fremd. Es hat sich so entwickelt und nicht alles positiv. Meine Eltern sind nicht mehr dort, sie sind verstorben, aber ich habe ein paar Geschwister und Verwandte. Ich bin jedoch länger hier als dort...

MF: Werdet ihr ein spezielles Konzert spielen und ist es eventuell denkbar, dass ihr den Gig für eine DVD mitschneiden werdet?

MS: Keine Ahnung, was da im Umfeld organisiert wird. Aber dass es von Hand, also so DVD-mässig aufgenommen wird, das ist möglich, aber ich glaube nicht..., weil, wir haben die Halle nicht gesehen. Es ist ein Neubau..., vorher war das die alte Power Station, wo früher mit Kohle Strom erzeugt wurde. Das ist jetzt alt und irgendwie unter Heimatschutz. Jetzt wird die Halle eben für vielleicht Rock-Shows oder so genutzt und es wird immer noch daran rumgemacht.

MF: Wieviele Leute passen da rein?

MS: Wir werden, glaube ich, die ersten sein..., so 2'500. Ein guter Anfang für Krokus wieder..., lieber so, vernünftig und dann ausverkauft. Wir können nochmals gehen..., auch zwei oder dreimal am gleichen Ort. Die Band kann dann Mittelmeerluft atmen und ich ihnen etwas von der dortigen Kultur näher bringen, Leute und Kollegen kennenlernen und sich austauschen. Dann fein Essen gehen..., es ist genau so, wie wenn Kollegen von Malta hierher kommen. Dann zeige ich ihnen Basel, Augusta Raurica (Augst - MF) und wir gehen typisch Schweizerisches essen, einfach mit dem gleichen Stolz. Ich mache das gerne...

MF: Wie steht es mit deiner Physis? Du wirst bald 55 Jahre alt (am 7.10.06 - MF). Was geht noch locker und was nicht mehr?

MS: Mmmhh..., ba ba ba..., mmmh..., früh ins Bett gehen, geht nicht mehr! (lacht) - öhmm..., ja..., also ich lebe immer noch wie früher: Ich trinke gerne Rotwein, Vodka Orange, Grappa..., ab und zu ein Joint..., Sex habe ich lieber mit meiner Frau und Rock'n'Roll kriege ich genug. Und dann habe ich meine Kinder..., der Nachwuchs verleiht auch Energie. Durch ihr Heranwachsen reflektiere ich meine eigene Kindheit. ich geniesse das Leben jetzt wie noch nie! Weil ich glaube, wenn man älter wird, weiss man mehr, um was es im Leben geht und wieso man etwas macht. Der Sinn des Lebens..., ich lebe nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Logisch, wenn ich mit anderen Musikern auf der Bühne stehe und es geniesse..., dann ganz egoistisch. Jeder braucht Fun und soll auch ganz egoistisch ein wenig davon im Leben haben. Wir sind nicht nur da, um zu funktionieren, sondern auch zu leben, zu geniessen, gute Parties feiern..., und gesund bleiben! Vor allem gesund, sonst ist die Party vorbei..., es ist halt so. Ich kann das noch lange tun...

Auf die Frage nach den mittelfristigen Zielen, die Krokus zum Beispiel bezüglich des amerikanischen Marktes haben, berichtete mir Marc von den neuen Strukturen und Leuten vor Ort und verwies auf den Veröffentlichungstermin von "Hellraiser" im Oktober. Je nach Reaktion darauf, wird (mit Vorteil) ein Package gebucht, respektive die Veranstalter werden sich dann selber melden. Auf der Website stehen alle Kontakte, die es braucht.

MF: Auf "Hellraiser" stehen vierzehn neue Songs. Wieviele davon werden Einzug in die Live Set-Liste halten?

MS: Wir haben schon drei..., wir spielen "Angel Of My Dreams", "Hellraiser" und "Spirit Of The Night". In Deutschland wird "Midnight Fantasy" als Single erscheinen..., und wir werden diesen Song (in Deutschland) auch bringen. Ein weiterer wird "Rocks Off" sein..., punkig und mit frechem Text. Hat Ähnlichkeit mit "Rock The Block", ist aber viel länger. Ja..., ich meine, wir würden gerne mehr "reinziehen", aber ..., leider (für uns)..., wir haben ein Classic-Set mit älteren Songs, die wir zwar viel gespielt haben, aber immer wieder bringen müssen! Wir können nicht einfach den besten..., bekanntesten Song von Krokus auslassen..., "Long Stick Goes Boom", "Screaming In The Night"..., die kann man nicht rausschmeissen! Und "Bedside Radio" ist halt Reserve für den Fall, dass die Fans "crazy" gehen..., dann nehmen wir den wieder hervor oder "American Woman", obwohl kein Krokus Song, ebenso wieder. Vielleicht "Tokyo Night" werden wir nicht überall spielen..., wie "Midnight Maniac"..., mmhh, was haben wir noch? Jesses..., "Bad Boys, Rag Dolls"..., einer wieder zum Reinholen...

MF: ...oder "Winning Man"...

MS: "Winning Man"..., ja...,eben, aber es hat auch andere lange Songs und du kannst dir in einem Krokus-Set nicht mehr als zwei Balladen erlauben!
Sonst kommt bereits die erste Kritik, ob wir weicher geworden seien. Eine Ballade zuviel und schon sind viele Leute vor den Kopf gestossen! (lacht laut) - Es ist nicht einfach, aber..., ja..., irgend jemand muss diesen Job machen! (lacht wieder) - Das war ein Motto, das wir auf T-Shirts für die Crew drauf gemacht haben: "It's a dirty job, but someone's got to do it!"

MF: Oha, die Zeit ist schon mächtig fortgeschritten: Marc..., nochmals ein ausverkauftes Hallenstadion: Denkbar oder unerreichbarer Traum?

MS: Nein nein..., das ist ein gut erreichbarer Traum! Wir müssen nur am Ball bleiben, vernünftig denken und unsere Arbeit erledigen! Es ist letzten Endes nur ein Job und wenn wir unseren Fans das liefern können, was sie hören wollen, sind sie es, die uns weiter bringen, nicht wir. Und die Plattenfirma..., es hängt an allem eigentlich. Wir bringen es , wenn das Volk, die Fans happy sind und sie nehmen es. Das Geben und Nehmen treibt (uns) aufwärts, dann verkaufst du mehr und dann bist du schon wieder interessant für André Becir (Chef von Good News - MF) und wenn er denkt, dass sich das Hallenstadion wieder füllen lässt, dann machen wir das. Vielleicht haben wir eine gute Band mit dabei und falls wir das Level nicht erreichen, dann kann man zwei andere Bands, die Leute anziehen, dazu nehmen und dann füllen wir das Haus und haben wieder dort gespielt. Dann kannste eine DVD davon machen, und so weiter..., es ist möglich.

MF: The last famous words for our readers from Metal Factory are...

MS: ...yes..., ähmm..., keep your head up, the big wheel is turning and Hardrock is back on top!

MF: Vielen Dank für das angeregte Gespräch!

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Bei der Fertigstellung des Interviews lag "Hellraiser" auf Platz 2 (!!) der CH-Charts! Hell yeah...

WWW.HITPARADE.CH - September 2006

Marc 'The Voice' Storace
INTERVIEW MIT MARC STORACE VON KROKUS

Seit 30 Jahren ist die erfolgreichste CH-Rockband Krokus "on the road"! Sie haben Musik-Geschichte geschrieben, den "echten Rock'n'Roll" erlebt, Hochs gefeiert und Tiefs gemeistert! Und sie tönen noch immer frisch und kraftvoll wie eh und je. Das zeigen sie auf ihrem neuen Album "Hellraiser", das gerade veröffentlicht wurde. Wir durften Marc Storace zum Interview einladen und einige Fragen stellen.

hitparade.ch: Euer erstes Album kam vor dreissig Jahren auf den Markt. Wie fühlt sich das an?

Marc Storace: Dreissig Jahre… mein erstes Album war "Metal Rendez-Vous" (veröffentlicht 1980). Das war mein Debüt. Es fühlt sich sehr gut an, dass eine Band so lange bestehen kann. Normalerweise lebt eine Band ja nur ca. 6 Jahre und dann ist Schluss. Es gibt Bands, die haben nur einen Hit und dann lösen sie sich wieder auf. Wir haben gerade das 15. Album in dreissig Jahren gemacht. Ich finde es eine Leistung, jedes 2. Jahr ein Album zu veröffentlichen.

hitparade.ch: Es gab viele Wechsel in eurer Band…

Marc Storace: …sehr viele Wechsel, ein riesiges Karussell.

hitparade.ch: Von den Gründungsmitgliedern ist schon seit vielen Jahren niemand mehr dabei.

Marc Storace: Das Gründungsmitglied ist sowieso schon tot, das war Tommy Kiefer. Tommy hat die Band mit Chris von Rohr und noch 2 anderen gegründet. Dann gab es nochmals 2 und dann die erste internationale Erfolgsformation. Das war für "Metal Rendez-Vous".

hitparade.ch: Wie könnt ihr euch noch mit der Band von damals, der 70er-Jahre-Formation, identifizieren?

Marc Storace: Ich versuche mich gar nicht mit etwas zu identifizieren, von dem ich nicht Teil war. Für mich fing alles mit "Metal Rendez-Vous" an. Damals stiess ich zur Band. Davor war Krokus eigentlich der Opening Act für "Tea", meiner ersten Schweizer Band.

hitparade.ch: Wieso feiert ihr euer 30jähriges Bestehen nicht mit einem speziellen Best Of Album, wie das sehr viele Bands machen?

Marc Storace: Vielleicht gibt es ja noch etwas, wer weiss? Wir müssen ja nicht schon jetzt sagen, was Santa Claus noch bringt.

hitparade.ch: Ihr wart ja eine der ersten Schweizer Bands und konntet vor 25 Jahren den amerikanischen Markt erobern. Wie sieht es heute mit den Erfolgen in Amerika aus?

Marc Storace: Es ist schwieriger, härter und vor allem ist der Markt in verschiedene andere Medien und Musikstile aufgespaltet. Damals gab es weder Hip-Hop, noch Techno, noch House. Ich betrachte es als Riesenrad an, das sich dreht und momentan ist Hardrock wieder "on the top".

hitparade.ch: Wieso denkst du, dass es heutzutage für eine Schweizer Band schwieriger ist sich international zu etablieren? Ihr habt es ja auch geschafft und heute gelingt ja fast niemandem mehr der Durchbruch.

Marc Storace: International begann ich mit "Tea", der ersten Schweizer Rockband überhaupt. Pioniermässig haben wir Grossbritannien erobert und auch in Hamburg gespielt. Damals lernte ich, dass das Ausland nicht einfach ist. Das dritte Album von "Tea" war nicht erfolgreich und unser Plattenvertrag wurde nicht verlängert. Mit Krokus und "Metal Rendez-Vous" stiegen wir sofort in den Lokalcharts ein. Viele ausländische Plattenlabels wurden so auf Krokus aufmerksam und wollten einen "licensing deal". Wir hatten Glück, "Metal Rendez-Vous" war ein gutes Album, auch wenn die Produktion natürlich nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Durch das Touren konnten wir uns weiter etablieren. Amerika hat uns beobachtet. Als eine Anfrage kam, nahmen wir das Risiko auf uns, gingen rüber und es hat geklappt. Wir spielten in Chicago an den Festspielen. Dort waren John Kalodner und Butch Stone. Damals haben wir Butch Stone kennen gelernt. Zu jener Zeit waren noch immer Harry Sprenger und Heinz Meier von "Free & Virgin Agency Zürich" unsere Manager. Butch Stone übernahm dann langsam in Amerika und etwa ein Jahr später war er für die ganze Welt zuständig. Er pushte uns und machte für unsere Band bis zu einem gewissen Grad alles richtig. Wir haben aber auch sehr hart für den Erfolg gearbeitet. Aber es ist schon fantastisch. Du machst den Job, von dem du immer geträumt hast. Es ist zwar anstrengend, aber du stehst am Morgen auf und weisst, dass du deinen Lieblingsjob machst. Man muss aber auch bereit sein, auf gewisse Dinge zu verzichten, z.B. bist du weg von zu Hause. Der Erfolg wurde uns nicht einfach auf dem Silbertablett präsentiert.

hitparade.ch: Aber war es früher einfacher als heute, international bekannt zu werden?

Marc Storace: Ich glaube, die Musikindustrie war damals schon mehr auf Hardrock und Rock 'n' Roll eingestellt. Aber diese Musikrichtung kommt wieder. Heute wollen die Amerikaner nach Europa gehen und hier spielen. Aber der Hardrock lebt auch in Amerika wieder auf.

hitparade.ch: Welchen Stellenwert hat die Rockmusik momentan in der Schweiz, wenn man bedenkt, dass Pop, Hip-Hop, R&B omnipräsent sind?

Marc Storace: Ich glaube, Techno wird zuerst verschwinden, vielleicht nicht für immer, ich meine, Rock verschwand ja auch. Die Musikrichtung geht dann in den "Underground". Die Musik wird zwar noch in gewissen Clubs gespielt, aber ist der grossen Masse nicht mehr bekannt. Die Musikrichtung ist dann sozusagen noch da, aber am unteren Teil des Riesenrades. Hardrock kommt wieder hoch, noch höher als jetzt.

hitparade.ch: Findest du, dass die Medien momentan dem Rock, dem Metal und ähnlichen Musikrichtungen zu wenig Aufmerksamkeit schenken?

Marc Storace: Ich bin erstaunt, was wir in Deutschland momentan für eine Riesenkampagne haben und vor allem wie viele Rockradios es wieder gibt. Du kannst keine Kampagne machen, wenn es keine Medien gibt. Aber es gibt überall Radiostation. Der grösste strahlt für sechs Millionen Menschen aus, der kleinste für 150'000; eine unglaubliche Maschinerie. Wir haben einen neuen "Licensing Deal" mit Gadget Records, das ist unser Plattenlabel in Zürich und "Licensing Deals" mit AFM Records in Deutschland und Locomotive Records in Amerika. Ich glaube, es geht nun viel, viel besser, vor allem besser als mit "Rock The Block" (der Krokus-CD aus dem Jahre 2003). Das war vor drei Jahren und der Rock ist seither wieder grösser geworden.

hitparade.ch: Wo siehst du die wesentlichen Unterschiede für einen Musiker wie dich von heute im Vergleich zu vor dreissig Jahren?

Marc Storace: Vor zwanzig, dreissig Jahren war ich entsprechend jünger, da konnte ich die Koffer packen und überall sein, heutzutage habe ich mehr Verantwortung, auch der Band gegenüber. Ich bin der Älteste und am längstem mit dabei und habe auch am meisten Erfahrung und will, dass die Band davon profitieren kann. Damals konnte man mit der Freundin leben und man war weniger in ein System integriert. Heute sind auch die Lebenskosten viel teurer. All das macht es heute schon schwieriger, vor allem wenn du noch keinen Namen hast. Wir konnten jetzt mit dem Namen aus den 80er-Jahren viel schneller nach Amerika gehen. Momentan ist das für eine neue Band nicht direkt möglich - no way! Zuerst gehen die "Revival Bands". Wir sind sozusagen ein "Classic Rock Act". Eine neue Band hat es da bedeutend schwieriger. Aber es hängt auch von der Infrastruktur ab. Eine Schweizer Band kann auch ein Album machen, direkt in die Staaten gehen und versuchen, dort einen Deal abzuschliessen. Aber man muss schon vorher sehr genau wissen, was man in seinem Leben erreichen will. Das Leben geht schnell vorbei und wenn du eine Lehre machst und dann einsteigen willst, darfst du nicht viel Zeit verlieren. Es ist in jedem Fall nicht einfach.

hitparade.ch: Seit 1976 habt ihr ganz viele Studienalben veröffentlicht. Welches ist für dich das aussergewöhnlichste, das beste Krokus Album?

Marc Storace: "Metal Rendez-Vous" war super gut, "Headhunter" war fast ein Konzeptalbum, dort passt alles zusammen und es beinhaltet viel Metal. "Headhunter", "Screaming In The Night", "Eat The Rich", "Stayed Awake All Night" spielen wir noch immer live, da es einfach gewaltig rockt. Mit diesem Album hatte Krokus damals auch die grösste Tournee überhaupt. Damals waren wir fast drei Monate von Küste zu Küste unterwegs und spielten jede Nacht vor durchschnittlich 25'000 Kids. Das war einfach unglaublich! Während der Tournee war "Headhunter" die Nummer 24 in den Billboard Charts. Jetzt bin ich natürlich total happy wegen "Hellraiser", da es Ähnlichkeiten zu "Metal Rendez-Vous" und "Headhunter" aufweist. Seit Mandy (Meyer) bei uns in der Band ist, haben wir wieder mehr Gitarrensoli, die mich ein wenig an Tommy Kiefer erinnern - R.I.P. Tommy. Auch haben wir vermehrt Slide-Gitarren, welche für das Feeling ideal und auch sehr melodisch sind. Wir haben auf "Hellraiser" den Einfluss harmonischer eingeteilt. "Hellraiser" basiert nicht nur auf AC/DC, sondern zu einem guten Teil auch auf Led Zeppelin, Deep Purple, Aerosmith und Free. Daher ist es bluesiger und groovt mehr. Es ist fantastisch!

hitparade.ch: Wie kamt ihr auf den Titel "Hellraiser"? Ist das eine Hommage an Ozzy Osbourne und Motörhead, die auch schon einen Titel mit "Hellraiser" hatten?

Marc Storace: Nein, das war nur ein logischer Schritt. Der Song "Hellraiser" ist schon vorher released worden. "Hellraiser" wurde zuerst geschrieben und war auf dem Soundtrack des Films "Handyman" von Marco Rima. Darum war es schon in den Charts und auch bereits bekannt. Wir dachten, dies ist der schnellste Link zum ganzen Album. Ausserdem klingt "Hellraiser" schon sehr rockig.

hitparade.ch: Was für einen Stellenwert haben Hitparadenerfolge heute noch für euch? Ist euch das heute egal?

Marc Storace: Nein, das ist sehr wichtig. Es sei denn, du bist eine Liveband, die keine CDs aufnimmt und hast immer eine Menge Leute an den Konzerten und musst darum keine CDs verkaufen. Heute fragen viele, warum man überhaupt noch eine CD macht, wenn sie dann ja doch nur illegal runter geladen wird und man als Band nichts kriegt. Vielleicht ist das ja auch so. Ich glaube aber, dass der Rockfan die Original CD mit dem Booklet, mit allem drum und dran in den Händen halten will. Ich meine, die sammeln das ja auch. Früher hatten wir Vinyl. Ich fand das sowieso besser, da das Cover grösser war. Bei den CDs ist das Cover leider immer so klein. Dafür sind im Booklet die Texte drauf. Ich war an dessen Produktion aktiv beteiligt. Booklets haben mich schon immer interessiert. Es war ein super Teamwork mit Tom und Stefan Järmann. Tom macht zusammen mit Markus auch unsere Website. Er lebt in L.A. und wir haben hauptsächlich über das Internet kommuniziert. So war es auch mit Dennis Ward, unserem Produzenten. Gadget Records kam zuerst auf uns zu und fragte, ob wir nicht einen Schweizer Produzenten wollten. Heute gäbe es gute. Wir sagten, dass wir das wissen. Wir wollten im Studio aber eine amerikanische Stimme hören. Ich habe auch mit englischen Produzenten gearbeitet, aber nur der amerikanische Groove ist so beruhigend. Dennis Ward ist ein spezieller Mensch. Er ist selber Musiker, spielt Bass und singt. Er weiss, was es heisst, auf der Bühne zu stehen, er weiss, was es heisst, zu poppig zu sein oder zu rockig oder zu chaotisch. Wir sprechen die gleiche Sprache. So haben wir etwas Rundes geschaffen.

hitparade.ch: Kannst du dir erklären, warum noch nie eine Krokus-Single in den Schweizer Charts war?

Marc Storace: Ich dachte, "Bedside Radio" war mal in den Charts gewesen? "Tokyo Nights" auch nicht? "I Want It All" auch nicht? Siehst du, ich versteh' davon nichts. Wir schreiben eben nicht für die Single Charts, sondern wir schreiben ein Album. Ein Stück darauf muss immer Radio tauglich sein. Nicht Hausfrauenrock. Schon Rock, aber ein bisschen sanfter. Damit du das auch am Morgen beim ersten Kaffee hören kannst. Nur für die, die den harten Rock nicht so mögen, sind da ein oder zwei, auf diesem Album sogar drei Songs dieser Art zur Verfügung. Aber "Angel Of My Dreams" ist schon ein richtiger Ohrwurm. Der Song geht rein und bleibt dort. Mal schauen, was passiert. Aber für uns ist das nicht die Hauptsache. Wir beschlossen auch keine Single zu veröffentlichen. Wir verkaufen uns als Rockband. Darum gibt es nur eine Single für die Radios und das reicht. Wir wollen die ganze CD kaufen. Nur dort hörst du dann, wie es richtig rockt und teilweise ganz bös donnert.

hitparade.ch: Wenn jemandem die Single "Angel Of My Dreams" gefällt, wird er dann auch vom Album begeistert sein?

Marc Storace: Das haben schon einige gesagt und auch auf unsere Website so geschrieben. Einer schrieb, es tönt nach mehr. Ich nehme an, er meint, wenn das so tönt, dann müssen auf dem Album noch einige Bomben sein, die am Radio nie gespielt werden. Wir haben von Journalisten ein so tolles Feedback erhalten, das ist fast nicht zu glauben. Ich glaube, es zeigt, wenn du mit Herz und Seele an etwas arbeitest und daran glaubst, dann kann etwas sehr Gutes dabei rauskommen, womit man die Leute befriedigen kann. Letzten Endes geht es ja darum, gewisse Marktlücken zu schliessen und Leute zu befriedigen. Die Leute wollen ja nicht nur Death Metal, Speed Metal, Black Metal, die wollen auch guten Hardrock, Classic Hardrock hören.

hitparade.ch: Ihr geht ja auf Europatournee. Was wird man dort hören? Ist das ein Mix von alten und neuen Songs?

Marc Storace: Das bereitet uns immer Kopfzerbrechen. Was spielen und was nicht? Ich habe viele Stunden damit verbracht, immer wieder darüber geschlafen. Man überlegt sich immer wieder, ist es richtig, diesen einen Song nicht zu spielen, ist es richtig, diesen anderen Song zu spielen. Jeder in der Band will eine Menge neuer Songs spielen. Aber das macht keinen Sinn. Wir haben die Erfahrung gemacht, auch bei anderen Bands gesehen, dass die Kids vor allem die Klassiker hören wollen. Darum sind wir sehr vorsichtig, was wir aus dem Programm raus nehmen. Aber es gibt immer Leute, die dann enttäuscht sind, und fragen, warum genau ihr Favorit nicht gespielt worden ist. Andere fragen, warum wie von der neuen CD diesen, aber nicht jenen Song gespielt haben. Aber so ist das halt. Wir haben höchsten zwei Stunden Zeit. Die andere Variante ist, an jedem Ort zwei Konzerte mit zwei verschiedenen Sets zu spielen. Vielleicht ist das ja die Zukunft, wer weiss?

hitparade.ch: Was sagst du zur aktuellen Top 10 der Schweizer Hitparade?

Marc Storace: Beyoncé hab ich gehört. Ich hab die MTV Music Awards gesehen. Dort hat sie doch diesen Song gespielt. Das ist halt nicht meine Szene, auch Justin Timberlake nicht. Rihanna kenne ich nicht. Pussycat Dolls mit Snoop Dog, das lieben meine Kinder. Nelly Furtados "Maneater", nein, ich habe lieber das alte "Maneater" von Daryl Hall and John Oates. Shakira? Ich mag Shakira, nicht weil sie eine sexy Frau ist. Sie hat eine gute Stimme, sie ist eine richtige Stimmakrobatin. Es gibt viele Sachen, die turnen mich nicht an, wie zum Beispiel die Pussycat Dolls oder Beyoncé, aber die kommen im Radio, ob ich will oder nicht. Dann schalte ich aber nicht ab. Ich höre auch gerne, was die Massen hören, weil das ein Teil des Lebens ist.

hitparade.ch: Vielen Dank für das Interview.
Air Traveller Magazine
AIR - Schweiz

Herbst 2006



KROKUS

"Marc Storace - Um Die Welt Rocken"
KROKUS 2006

UM DIE WELT ROCKEN

FUER DEN SAENGER UND SONGSCHREIBER MARC STORACE WAREN MUSIK UND REISEN SCHON IMMER MITEINANDER VERBUNDEN.

Marc Storace Anno 1972
Marc, der Sohn einer englischen Mutter und eines italienischen Va-ters, ist auf Malta geboren. Er verliess seine Heimat das erste Mal mit 16 Jahren, um ein Pop-Rock-Festival in Sizilien zu erleben. Wenig später unterhielt er mit seiner eigenen Band Passagiere auf einem Mittelmeer-Kreuzfahrtschiff mit Cover-Versionen von Deep Purple, Led Zeppelin und Jimi Hendrix. Mit 19 zog er nach London, doch begann bald seine Karriere bei TEA, einer Schweizer Rockband.
TEA Tour Poster With KROKUS As Support 1975
“Bei meinen Schweizer Freunden fühlte ich mich gleich wie zu Hause. Es gefiel mir, in unserer kleinen Musikerkommune am Hallwylersee im Kanton Aargau zu leben,” erinnert sich Marc. Damals lernte er Leute kennen, die bald Einfluss auf seine Karriere haben sollten.
Marc Storace
Mitte der 1970er kehrte Marc zur Londoner Musikszene zurück. Dort erhielt er ein paar Jahre später einen Anruf der Schweizer Rocker Krokus, die einen neuen Leadsänger suchten. Als Krokus die glo-balen Äther im Sturm eroberte, pendelte Marc für die Proben von London nach Solothurn. Statt haufenweise Flugmeilen sammelte er vor allem wertvolle Erfahrungen: “Der eindrücklichste Auftritt war die “Texas Jam” in Dallas, im Sommer ’86. Wir spielten vor 80’000 hysterischen Fans,” erzählt Marc. Ein Elefant war der Hauptakteur bei einem Videodreh im thailändischen Dschungel: “Ich sang auf einem flussabwärts fahrenden Holzfloss, als plötzlich ein brünstiger Ele-fantenbulle auf mich zudonnerte. Zum Glück war er mehr an einer Herde Weibchen interessiert als an mir,” schmunzelt Marc. Die Crew kam mit durchnässten Kleidern und einer nassen Kamera davon.
Marc Storace in Denver
Marcs Triple-Oktaven-Stimme war einer der Faktoren, die Krokus zum Erfolg verhalfen. Doch in den 1980er Jahren wurde Heavy Metal von einer neuen Musikrichtung abgelöst: alternativer Rock. 1988 nahm die Band eine Auszeit. Marc kehrte nach Malta zurück.
Marc Storace
“Mein Vater starb, als wir in Los Angeles ein Album aufnahmen. Meine Mutter war auch nicht mehr die Jüngste. Ich hatte sie seit Beginn der Tourneen kaum gesehen,” erzählt Marc. „Auf einer Klippe meditierte ich in den Sonnenuntergang hinein und überlegte mir den nächsten Schritt.” Diesen wagte Marc 1989 “zu Hause.”

“Mein heutiges Zuhause ist jener Ort, an dem ich gelebt und gearbeitet habe, sowie als Musiker und Person gereift bin. Der Ort, wo ich Luca (13) und Guiliana (11) mit meiner Schweizer Ehefrau Cornelia grossziehe,“ erklärt der nun in Basel wohnhafte Rocker. Obwohl er wie ein Schweizer denkt und fühlt, betont er seine Bindung zu Malta, zu seiner Familie und den Freunden, die er zurückgelassen hat.

Marc's loyales Naturell hat auch Krokus wiederbelebt. 2003 schoss ihr Album “Rock the Block” in den Schweizer Charts von 0 auf 1. Es folgte ein beeindruckendes Comeback mit Konzerten, Neuveröffentlichungen und sogar mit einer Rolle in der Komödie “Handyman.”
Marc Storace - ANUK
Mit 54 Jahren scheint Marc immer noch die Energie eines 27-jährigen zu haben. Neben Krokus singt er bei Accoustical Mountain, einem Unplugged Trio. Diesen Herbst wird er im Film “Anuk: Der Weg des Kriegers” auftreten. Marc liebt eben Abwechslung.

“Es war soweit eine wertvolle Erfahrung voller Höhen und Tiefen. Dafür werde ich meinen Glückssternen für immer dankbar sein.“

Fan Club

Tour Dates
[order tickets by clicking on concert poster]

NEXT CONCERTS

April 18th - 22nd, 2015

Monsters Of Rock Cruise

Miami, FLA

www.monstersofrockcruise.com

 

May 6th, 2015

Whisky a Go Go

Los Angeles, CA / USA

www.whiskyagogo.com

 

 

For ALL concert listings please visit our TOUR page!

krokus logo globe club

Quick Links Facebook + YouTube

Dirty DöG
Join Us At Facebook
Got A Lighter?
Join Us On YouTube
If In Doubt, Hug The Dog!!!

Copyright

© Krokus and krokusonline.com. All rights reserved. Reproduction in whole or in part without permission is strictly forbidden.
Copyright © 2009 seven49.net GmbH
Quelle: http://krokusonline.seven49.net/en/fan_club/multimedia/krokus_press/2006_hellraiser6/deutsch_german.htm